Der Nationalpark Amerikanisch-Samoa liegt im Herzen des Südpazifiks. Er unterscheidet sich grundlegend von anderen amerikanischen Parks durch seine Lage und Verwaltung – er befindet sich in keinem der US-Bundesstaaten, sondern in einem nicht inkorporierten Außengebiet unter amerikanischer Gerichtsbarkeit. Er liegt etwa auf halbem Weg zwischen Hawaii und Neuseeland, was ihn zum abgelegensten Schutzgebiet im gesamten Nationalparksystem der USA macht.

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Ratgeber zum Nationalpark Amerikanisch-Samoa
Der Nationalpark Amerikanisch-Samoa wurde offiziell am 31. Dezember 1988 gegründet. Der Hauptanstoß für seine Gründung war die Notwendigkeit, einzigartige Regenwald-Ökosysteme und Korallenriffe zu schützen, die seltene Tierarten beherbergen, und gleichzeitig die traditionelle Fa’asamoa-Kultur zu bewahren. Die Verwaltung des Parks arbeitet nach einem einzigartigen Prinzip: Da das Land auf den Inseln indigenen Gemeinschaften gehört, pachtet die Bundesregierung das Parkgebiet langfristig von den lokalen Dörfern.
Die Geschichte der Inseln reicht Tausende von Jahren zurück, als sie von Polynesiern besiedelt wurden. Der erste Kontakt mit Europäern fand im 18. Jahrhundert statt, und das Gebiet wurde im Jahr 1900 zu einem US-Besitz. Der Prozess der Gründung des Nationalparks selbst dauerte mehrere Jahre, da die Bedingungen mit den samoanischen Häuptlingen ausgehandelt werden mussten, um sicherzustellen, dass der Umweltschutz nicht mit den traditionellen Landbesitzrechten kollidiert. Heute umfasst der Park Teile von drei Inseln: Tutuila, Ofu und Ta’ū.
Die Fauna und Flora des Parks sind ein faszinierendes Beispiel für eine isolierte Insel-Evolution. Obwohl die Vielfalt der Landsäugetiere relativ gering ist, sind das Meeresleben und die Vogelpopulationen bemerkenswert reichhaltig. Zu den bedeutendsten Vertretern gehören:
- Samoa-Flughund: Diese riesige Fledermaus mit einer Flügelspannweite von über einem Meter ist ein wichtiger Bestäuber des Waldes und ist tagsüber aktiv.
- Buckelwal: Zwischen August und November tauchen diese Meeresriesen in den warmen Gewässern rund um das Archipel auf.
- Buntfruchttaube: Eine der vielen endemischen Vogelarten, die in den dichten Kronen des Regenwaldes leben.
- Korallenriffe: Sie beherbergen mehr als 950 Fischarten und 250 Korallenarten, darunter einzigartige riesige Tischkorallen.
- Strand-Hibiskus: Ein prominenter Vertreter der lokalen Flora, dessen Blüten im Laufe des Tages ihre Farbe ändern; Einheimische nutzen ihn in der traditionellen Medizin.
Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 36,40, was ihn zu einem der kleineren US-Nationalparks macht – flächenmäßig ist er etwas größer als die Nordseeinsel Borkum, bietet jedoch eine außergewöhnliche Dichte an Naturschönheiten.
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Was man im Nationalpark Amerikanisch-Samoa sehen sollte
Die Hauptattraktion des Parks ist seine unberührte Natur und die authentische samoanische Atmosphäre. Auf der Insel Tutuila sollten Sie die Pago Pago Bay nicht verpassen, die von steilen, grünen Klippen umgeben ist. Das wahre Kronjuwel ist jedoch der Ofu Beach. Dieser isolierte Streifen mit weißem Sand und türkisblauem Wasser wird oft als einer der schönsten Strände der Welt bezeichnet und bietet erstklassiges Schnorcheln direkt vor der Küste.
Das Reisen durch den Nationalpark erfordert eine sorgfältige Planung. Auf der Hauptinsel Tutuila gibt es ein Straßennetz, das man mit einem Mietwagen oder mit lokalen Bussen befahren kann. Reisen zwischen den Inseln Tutuila, Ofu und Ta’ū erfordern Inlandsflüge mit Anbietern wie Samoa Airways oder Talofa Airways. Zwischen den Inseln Ofu und Ta’ū ist es zudem möglich, einen lokalen Bootstransport mit Fischern zu organisieren, was ein Abenteuer für sich ist.
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Wandern
Die meisten Wanderwege im Nationalpark führen durch anspruchsvolles tropisches Regenwaldgelände, in dem hohe Luftfeuchtigkeit und rutschiger Untergrund zu erwarten sind. Die Belohnung sind jedoch Ausblicke, die man so nirgendwo anders findet.
🥾 Pola Island Trail
Dieser sehr kurze und einfache Weg von nur 0,20 Länge führt Sie vom Dorf Vatia zu einem Steinstrand. Von dort aus genießen Sie atemberaubende Ausblicke auf Felsformationen, die aus dem Ozean ragen, und die steilen Klippen von Pola Island, wo Tausende von Seevögeln nisten. Die Route finden Sie auf AllTrails.com.
🥾 Lower Sauma Ridge Trail
Mit einer Länge von 0,60 folgt dieser Weg einem Bergrücken mit Blick auf die Ostküste. Entlang des Weges finden Sie Informationstafeln, die antike samoanische Grabhügel namens „tia seu lupe“ beschreiben, die für die rituelle Taubenjagd genutzt wurden. Details zur Route gibt es auf AllTrails.com.
🥾 Mount ‚Alava Trail
Eine der beliebtesten, aber anspruchsvolleren Routen ist 11,30 lang. Der Pfad steigt durch den Wald zum Gipfel des Mount ‚Alava an und bietet einen Panoramablick auf die Pago Pago Bay und einen Großteil der Insel Tutuila. Oben finden Sie die Überreste einer alten Seilbahn. Den Wanderweg können Sie auf AllTrails.com einsehen.
🥾 Tuafanua Trail
Diese mittelschwere Route ist 3,50 lang und beginnt im Dorf Vatia. Der Weg führt durch dichten Regenwald, überquert einen Kamm und steigt zu einer versteckten Felsküste an der Nordseite der Insel ab. Am Ende des Weges müssen Sie Leitern und Seile benutzen, um zum Strand hinunterzugelangen. Die Karte ist auf AllTrails.com verfügbar.
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Beste Reisezeit
Amerikanisch-Samoa hat ein tropisches Klima, was das ganze Jahr über Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit bedeutet. Die Temperaturen liegen konstant zwischen 24 und 31.
Die Regenzeit dauert von Oktober bis Mai, wenn Niederschläge am häufigsten auftreten und die Gefahr von tropischen Stürmen besteht. Eine trockenere und etwas kühlere Periode gibt es von Juni bis September, was auch die beste Zeit für Wanderungen und Walbeobachtungen ist. Seien Sie jedoch auch während der Trockenzeit auf plötzliche und heftige tropische Regengüsse vorbereitet.
Durchschnittstemperaturen und Besucherzahlen im Nationalpark Amerikanisch-Samoa
Die Besucherzahlen im Jahr 2026 bleiben im Vergleich zu den Parks auf dem Festland sehr niedrig, was ein friedliches Erlebnis ohne Menschenmassen garantiert. Die Daten basieren auf den neuesten Statistiken des NPS.
Monat Max. Temp. Min. Temp. Regentage Besucher Auslastung Januar 31 26 19 1.150 🟨 Februar 31 26 16 1.020 🟨 März 31 26 16 1.280 🟨 April 31 26 15 1.100 🟨 Mai 30 26 13 1.250 🟨 Juni 29 26 8 1.320 🟨🟨 Juli 29 25 6 1.580 🟨🟨 August 29 25 6 1.450 🟨🟨 September 29 25 9 1.180 🟨 Oktober 30 26 13 1.050 🟨 November 30 26 17 1.120 🟨 Dezember 31 26 18 1.400 🟨🟨 -
Eintrittspreise für den Nationalpark
Der Eintritt in den Nationalpark Amerikanisch-Samoa ist komplett kostenlos. Im Gegensatz zu den meisten anderen amerikanischen Parks müssen Sie keine Gebühr für Fahrzeuge oder Personen entrichten. Diese Ausnahme besteht primär aufgrund des einzigartigen Pachtvertrags mit den lokalen Dörfern.
🎫 America the Beautiful Pass
Obwohl der Eintritt in diesen Park kostenlos ist, ist der America the Beautiful Pass eine ideale Wahl für Liebhaber der amerikanischen Natur. Dieser Jahrespass gewährt Ihnen Zugang zu mehr als 2.000 Bundeseinrichtungen für Erholung, einschließlich aller anderen Nationalparks in den USA. Sein Preis beträgt $80€69,23
Umgerechnet zum Wechselkurs von 1 USD = 0,8654 EUR am 11.06.2026., und die Investition rechnet sich bereits nach dem Besuch von drei oder vier großen Parks auf dem Festland. Der Pass gilt für den Inhaber und alle Passagiere in einem privaten Fahrzeug. -
Anreise zum Nationalpark
Der einzige Weg, um von US-Territorium nach Amerikanisch-Samoa zu gelangen, ist der reguläre Flug von Hawaiian Airlines, der mehrmals pro Woche von Honolulu zum Pago Pago International Airport (PPG) verkehrt. Der Flug dauert ungefähr fünfeinhalb Stunden. Andere Optionen sind Flüge vom benachbarten Staat Samoa (Apia), die mit kleineren Flugzeugen durchgeführt werden.
Um sich auf der Hauptinsel Tutuila fortzubewegen, ist das Mieten eines Autos in den USA bzw. direkt am Flughafen von Pago Pago bei weitem die beste Lösung. Ein eigenes Fahrzeug ermöglicht es Ihnen, die Parkeingänge und Ausgangspunkte der Wanderwege auch zu Zeiten zu erreichen, in denen keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Eine Alternative sind die farbenfrohen Aiga-Busse; sie sind zwar preiswert und authentisch, haben aber keinen festen Fahrplan und verkehren sonntags fast nie.
Wichtige Zugangspunkte und Parktore
- Tutuila Eingang – Vatia Gebiet: Die Hauptzufahrtsstraße zum nördlichen Teil des Parks auf der Hauptinsel. Auf Google Maps anzeigen
- Tutuila Eingang – Fagasa Pass: Zugangspunkt für die Wanderung zum Mount ‚Alava. Auf Google Maps anzeigen
- Ofu Gebiet: Zugang zum berühmten Ofu Beach. Auf Google Maps anzeigen
- Ta’u Gebiet: Eingang zum abgelegenen Teil des Parks mit dem Mount Lata, dem höchsten Gipfel. Auf Google Maps anzeigen
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Besucherzentren
Das Besucherzentrum sollte die erste Anlaufstelle für jeden Touristen sein. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Zustand der Wanderwege, die nach Regen unpassierbar sein können, erhalten Karten und können Ausstellungen über die lokale Natur und die samoanische Kultur besichtigen. Das Personal (Ranger) berät Sie gerne bei der Routenplanung und zum Verhalten in indigenen Dörfern.
ℹ️ National Park of American Samoa Visitor Center
Das wichtigste und einzige voll ausgestattete Besucherzentrum befindet sich in Pago Pago im Gebäude der Pago Plaza. Es bietet umfangreiche Ausstellungen über Flughunde, Meereslebewesen und die Geschichte der Inseln. Außerdem gibt es einen kleinen Laden mit Souvenirs und Büchern über die Region.
- Lage: Pago Pago, Insel Tutuila. Link zu Google Maps
- Öffnungszeiten: Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der NPS-Website.
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Camping im Nationalpark
Im Nationalpark Amerikanisch-Samoa gibt es keine traditionellen Campingplätze, wie man sie aus anderen amerikanischen Parks kennt. Das Aufstellen von Zelten im Parkgebiet ist strengstens untersagt, vor allem aus Respekt vor dem privaten Landbesitz der lokalen Dörfer.
🏕️ Homestay-Programm
Anstelle von Camping organisiert die Parkverwaltung ein einzigartiges Homestay-Programm bei einheimischen Familien. Dies ist die einzige Möglichkeit, legal in der Nähe von Schutzgebieten zu übernachten und gleichzeitig ein tiefes Verständnis für die samoanische Lebensweise zu gewinnen. Die Familien bieten sowohl Mahlzeiten als auch Übernachtungsmöglichkeiten an.
- Ausstattung: Traditionelle samoanische Häuser (Fale), Gemeinschaftseinrichtungen.
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Hotels in der Nähe des Nationalparks
Die Übernachtungsmöglichkeiten auf den Inseln sind begrenzt, daher empfehlen wir eine frühzeitige Buchung. Die meisten Kapazitäten befinden sich auf der Hauptinsel Tutuila in der Nähe der Hauptstadt.
- Sadie’s by the Sea: Eines der beliebtesten Hotels, direkt am Strand in Pago Pago gelegen und gut ausgestattet.
- Tradewinds Hotel: In der Nähe des Flughafens gelegen, bietet moderne Annehmlichkeiten inklusive Pool.
- Hotels in Amerikanisch-Samoa ansehen
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Tipps vor Ihrer Reise
Laden Sie vor Ihrem Besuch unbedingt die offizielle NPS-App auf Ihr Handy herunter. Sie funktioniert offline und enthält Karten sowie Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten (Link zum Download der NPS-App).
Es ist entscheidend, die Etikette in den indigenen Dörfern zu beachten. Wenn Sie durch ein Dorf gehen, bedecken Sie bitte Schultern und Knie. Der traditionelle Lavalava (Wickelrock) ist sowohl für Männer als auch für Frauen angemessen. Sonntags ist es auf den Inseln sehr ruhig; die meisten Bewohner sind in der Kirche, und es gehört sich nicht, laute Aktivitäten zu unternehmen oder ohne Erlaubnis in der Nähe von Dörfern zu schwimmen. Führen Sie immer ausreichend Trinkwasser mit sich, da die Luftfeuchtigkeit sehr schnell erschöpfend wirken kann.
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Interessante Fakten über den Nationalpark
🦇 Fliegende Waldgärtner
Der Samoa-Flughund wird oft als „Flying Fox“ bezeichnet und ist für das Ökosystem der Insel absolut unverzichtbar. Im Gegensatz zu den meisten Fledermäusen ist er tagsüber aktiv, wenn man ihn über die Baumwipfel gleiten sehen kann. Da er sich von Früchten und Nektar ernährt, verteilt er Pflanzensamen über die ganze Insel. Ohne diese „Gärtner“ wäre der samoanische Regenwald nicht in der Lage, sich zu regenerieren.
🌍 Der einzige Park unterhalb des Äquators
Der Nationalpark Amerikanisch-Samoa hält eine einzigartige geografische Besonderheit innerhalb des gesamten US-Nationalparksystems. Er ist der einzige US-Nationalpark, der in der südlichen Hemisphäre liegt. Das bedeutet, während im Yellowstone tiefster Winter herrscht, genießen Sie hier den Höhepunkt des tropischen Sommers. Die Abgeschiedenheit des Parks wird zudem dadurch verdeutlicht, dass ein Flug von Los Angeles nach Pago Pago länger dauert als ein Flug nach London.
🏠 Ein Park auf gepachtetem Land
Während die meisten Nationalparks durch Enteignung oder Kauf von Bundesland entstanden sind, ist die Situation hier anders. Das gesamte Gebiet des Parks befindet sich im Besitz lokaler Dorfgemeinschaften. Der National Park Service (NPS) unterzeichnete 1993 einen 50-jährigen Pachtvertrag. Dies stellt sicher, dass die traditionelle Fa’asamoa-Kultur und die gewohnheitsmäßigen Landrechte für zukünftige Generationen bewahrt werden, während die Umwelt geschützt bleibt. Details zu dieser einzigartigen Vereinbarung sind unter nps.gov verfügbar.
🏖️ Ein Katalog-Strand auf der Insel Ofu
Der Strand auf der Insel Ofu gilt als einer der schönsten und unberührtesten der Welt, wird aber paradoxerweise nur von wenigen hundert Menschen pro Jahr besucht. Der Grund ist die extreme Schwierigkeit der Anreise – sie erfordert mehrere Flüge und eine Bootsfahrt. Das Wasser in der Lagune ist so klar, dass Wissenschaftler hier Korallen untersuchen, die scheinbar resistent gegen die globale Erwärmung sind.
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Fotos vom Nationalpark Amerikanisch-Samoa
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