Roaming in den USA – wie Sie Gebühren vermeiden können

Petr Novák

Klassische Anrufe und SMS aus dem Ausland wurden weitgehend durch Apps wie WhatsApp, Messenger oder FaceTime ersetzt. Für den Internetzugang in den USA ist die Anschaffung einer lokalen eSIM oder SIM-Karte meist die preiswerteste Lösung. Dennoch ist es wichtig, das Roaming vor der Reise zu aktivieren, damit Sie unter Ihrer heimischen Nummer erreichbar bleiben – beispielsweise für den Empfang von Bestätigungs-SMS Ihrer Bank. In diesem Artikel finden Sie einen aktuellen Überblick über die Preise für Anrufe, Daten und SMS aus den USA für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Roaming in den USA – wie Sie Gebühren vermeiden können | © Petr Novák

  1. Inhaltsverzeichnis
    1. Was Sie über das Roaming in den USA wissen müssen
    2. Roaming für Reisende aus Deutschland
    3. Roaming für Reisende aus Österreich
    4. Roaming für Reisende aus der Schweiz

    Was Sie über das Roaming in den USA wissen müssen

    Daten-Roaming vor dem Abflug deaktivieren

    Ich empfehle Ihnen dringend, das Daten-Roaming in den Einstellungen Ihres Handys noch vor dem Einsteigen ins Flugzeug auszuschalten. So stellen Sie sicher, dass sich Ihr Telefon nach der Landung nicht automatisch mit dem mobilen Internet verbindet. Damit vermeiden Sie horrende Gebühren, die gemäß der Standardpreisliste Ihres Betreibers abgerechnet würden.

    • Android: Gehen Sie zu Einstellungen – Verbindungen – Mobile Netzwerke und schalten Sie den Schalter für Daten-Roaming auf „Aus“.
    • Apple (iOS): Öffnen Sie die Einstellungen, wählen Sie Mobilfunk – Datenoptionen. Deaktivieren Sie hier den Schalter für Datenroaming.

    VoLTE-Unterstützung und Netzabdeckung

    Das ältere 3G-Netz wurde in den USA bereits komplett abgeschaltet. Um telefonieren zu können, ist es zwingend erforderlich, dass Ihr Handy VoLTE (Voice over LTE) unterstützt und Sie diese Funktion in den Einstellungen aktiviert haben. Ohne VoLTE werden Sie mit den meisten Telefonen in den USA nicht telefonieren können – auch nicht, um den Notruf zu wählen. Ein 4G/5G-Signal ist in den meisten Gebieten verfügbar, allerdings kann es in abgelegenen Teilen von Nationalparks oder Wüsten zu Funklöchern kommen. Eine Karte der Netzabdeckung finden Sie auf der Website der Federal Communications Commission (FCC).

    Wie man günstig an mobile Daten in den USA kommt

    Der bequemste Weg zu mobilem Internet führt über die App Airalo. Sie können eine Daten-eSIM ganz einfach von zu Hause aus kaufen. Der Vorteil dabei ist, dass das Internet sofort nach Ihrer Ankunft funktioniert; Sie müssen weder einen Laden eines Betreibers suchen noch physisch Ihre SIM-Karte wechseln, wodurch das Risiko eines Verlusts entfällt.

    Wie aktiviert man Roaming?

    Wenn Sie zum ersten Mal ins Ausland reisen oder sich bei Ihren Einstellungen unsicher sind, überprüfen Sie die Roaming-Aktivierung in der App Ihres Betreibers oder im Online-Kundenportal. In der Regel lässt sich alles innerhalb weniger Minuten online erledigen. Bei den meisten großen Anbietern in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Roaming standardmäßig aktiviert, aber es ist immer sicherer, dies vor der Abreise zu überprüfen.
  2. Roaming für Reisende aus Deutschland

    Für deutsche Staatsbürger gilt in den USA nicht das Prinzip „Roam Like at Home“, das Sie aus der EU kennen. Die USA fallen in die Weltzone 3 (oder Zone 2 bei manchen Anbietern), was bedeutet, dass ohne Zusatzpaket hohe Kosten entstehen.

    ⚪ Deutsche Telekom, Vodafone & O2

    Die großen Netzbetreiber bieten spezielle Reisepakete an, um Kostenfallen zu vermeiden.

    • Deutsche Telekom: Mit der Option „Travel & Surf“ können Sie Pässe buchen (z. B. einen DayFlat Pass oder Wochenpass). Ohne Pass werden Datenverkehr und Gespräche extrem teuer abgerechnet.
    • Vodafone: Mit dem „Reisepaket World“ (oft als EasyTravel Tag oder Woche verfügbar) können Sie Ihr heimisches Datenvolumen und Ihre Flatrates gegen eine Gebühr (ca. 5,99 € bis 7,99 € pro Tag oder ca. 20 € bis 35 € pro Woche) auch in den USA nutzen.
    • O2 (Telefónica): Hier gibt es das „Travel Day Pack“, das für eine Tagesgebühr (oft 1,99 €, aber mit sehr begrenztem Volumen) eine Internetnutzung ermöglicht. Größere Datenpakete müssen separat gebucht werden.
    • Kostenfalle Standardtarif: Wenn Sie kein Paket buchen, kostet 1 MB Daten oft €12,67 oder mehr, und Anrufe liegen schnell bei über 1,49 € bis 2,99 € pro Minute.
  3. Roaming für Reisende aus Österreich

    Auch für österreichische Kunden gilt: Die USA gehören nicht zur EU-Roaming-Zone. Die Abrechnung erfolgt meist nach Zone 2 oder Zone 3.

    ⚪ A1, Magenta & Drei

    Die österreichischen Betreiber setzen ebenfalls auf Zusatzpakete, um die Kosten überschaubar zu halten.

    • A1: Bietet spezielle „A1 Roaming“-Pakete für Daten und Telefonie an. Ohne Paket zahlen Sie den Standardtarif für Zone 2, der für passive Anrufe und Datennutzung sehr teuer ist.
    • Magenta: Hier gibt es die „Travel & Surf“-Pässe (z. B. für 24 Stunden oder 7 Tage). Achten Sie darauf, die richtige Weltzone auszuwählen.
    • Drei: Bietet oft Roaming-Zusatzpakete (z. B. „Drei Roaming Mix“), die Minuten und Daten kombinieren. Prüfen Sie in der Kundenzone, ob die USA in Ihrem Tarif inkludiert sind (bei einigen Premium-Tarifen ist dies der Fall).

    ⚪ Kosten ohne Paket

    Ohne aktives Zusatzpaket können Anrufe zwischen 2,00 € und 4,00 € pro Minute kosten. Datennutzung ohne Pass ist finanziell riskant und sollte unbedingt vermieden werden.

  4. Roaming für Reisende aus der Schweiz

    Da die Schweiz nicht Teil der EU ist, sind Schweizer Mobilfunknutzer generell besser an Roaming-Kosten gewöhnt, und viele Tarife beinhalten bereits Inklusivleistungen für die USA (Zone B oder Zone 2).

    ⚪ Swisscom, Sunrise & Salt

    • Swisscom: In vielen „blue Mobile“-Abos ist Roaming in den USA bereits teilweise inklusive. Falls nicht, können Sie über das „Cockpit“ Datenpakete kaufen. Die Standardtarife sind hoch, aber das Cockpit bietet volle Kostenkontrolle.
    • Sunrise: Bietet Optionen wie „Travel Data“ oder „Travel Talk“. Bei vielen „Up“-Abos ist Roaming in den USA inbegriffen. Prüfen Sie Ihr Abo genau, bevor Sie Zusatzoptionen kaufen.
    • Salt: Auch hier gibt es „Travel Packs“. Ohne Paket ist der Datentarif pro MB extrem teuer. Es lohnt sich fast immer, ein Datenpaket im Voraus zu aktivieren.

    ⚪ Empfehlung

    Trotz oft besserer Konditionen als in der EU: Wenn Ihr Schweizer Abo kein USA-Datenvolumen enthält, ist eine eSIM meist deutlich günstiger als die Datenpakete der Anbieter.

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